NFL Draft 2020 Scouting Report: J.K. Dobbins, RB

J.K. Dobbins konnte sich im vergangenen Jahr noch einmal steigern und gilt als einer der besten Runningbacks der diesjährigen Klasse. Was ihn auszeichnet und wo er sich noch verbessern muss, gibt’s hier nachzulesen.

Allgemeines:

Geburtsdatum: 17. Dezember 1998

Größe: 1.78 Meter

Gewicht: 98 Kilogramm

Klasse: Junior

Team: Ohio State (2017-2019)

Starter seit: 2017

Erfolge (Auswahl) 

  • First Team All-America (2019)
  • First Team All-Big Ten (2019)
  • Second Team All-Big Ten (2017, 2018)
  • 2017, 2018, 2019 Big Ten Champion
  • 2017 Cotton Bowl Champion
  • 2019 Rose Bowl Champion
  • Most Freshman Rushing Yards (OSU)
  • Most Rushing Yards (Season) (OSU)

Verletzungen: Wadenbeinbruch 2016

Background:

Jkaylin Dobbins wurde in Houston, Texas geboren und startete seine Football-Karriere an der La Grange High School in La Grange, Texas. In seiner Zeit bei den Leopards lief er für 5.149 Yards und 74 Touchdowns. Sein Junior-Jahr verpasste Dobbins nahezu komplett, er konnte auf Grund eines Wadenbeinbruchs nur an einem Spiel teilnehmen.

Insgesamt wurde Dobbins als Vier-Sterne-Recruit und als zweitbester All Purpose Back angesehen. Nach Angeboten von fast allen namhaften Programm, sollten Alabama und Ohio State in die engere Auswahl rücken. Dobbins entschied sich schlussendlich für die Buckeyes und Columbus, Ohio.

Spiel am College:

In der Offensive von Buckeyes Coach Urban Meyer stellt das Laufspiel einen zentralen Baustein. Nachdem Ezekiel Elliott mit Ende der Saison 2015 in Richtung NFL ging, nahm die Rolle des Starting-Runningbacks zunächst Mike Weber ein. Nachdem sich Letzterer vor Beginn der Saison 2017 verletzte, kam J.K. Dobbins zum Zug und gab die Starting-Rolle in den folgenden drei Spielzeiten nicht mehr ab, wenngleich Meyer die Carries im Backfield zwischen Dobbins und Weber teilte um die Runningbacks frisch zu halten.

Dobbins konnte in seinem Freshman-Jahr schon dominieren, kam auf 1.403 Rushing-Yards und sieben Touchdowns bei 7.2 Yards pro Laufversuch mit zusätzlichen 22 Receptions für 135 Yards und einem weiteren Score. In seinem zweiten Jahr rushte er für 1.053 Yards (zehn TDs, 4.6 Yards pro Versuch) und konnte 26 Bälle für 263 Yards (zwei TDs) fangen. Mit dem Abgang von Weber zu den Profis, wurde Dobbins in der abgelaufenen Saison zum Workhorse der Buckeyes. Inklusive Playoffs bekam J.K. satte 301 mal den Ball überreicht, für einen Raumgewinn von 2.003 Yards und 21 Touchdowns (6.7 Yards pro Versuch). Seine Zahlen im Receiving-Game blieben dabei konstant, 23 Bälle für 247 Yards und zwei Scores konnte Dobbins beisteuern.

Stärken:

Beschleunigung. Dobbins hat eine starke Beschleunigung, mit einem starken ersten Schritt. Er findet die Lücke in der Line und legt dann los. In dieser Range ist er nur sehr schwer zu greifen. Wenn er komplett ins offene Feld gelangt, hält ihn nur sehr wenig. Mit seinen Moves kann er Gegenspieler zudem linken und hinter sich lassen.

Instinkte. Seine Instinkte sind stark und natürlich. Er sieht die Löcher vor ihm aufgehen und weiß wohin er sich bewegen muss, ohne dass er das Spiel schnell machen will. Er lässt das Play seinen Lauf nehmen, ehe er zum Run ansetzt. Durch seine körperlichen Gegebenheiten kann er auch durch gegnerische Verteidiger durchlaufen oder zumindest einen Raumgewinn nach dem Tackling verzeichnen. Bei Kontakt lässt er sich also nicht sofort zu Boden reißen, sondern schafft es durch seine Balance den Gegnern Paroli zu bieten. Egal ob für das offene Feld oder für kurze Läufe – Dobbins ist für jede Situation zu gebrauchen.

Durability. Seit seinem Wadenbeinbruch in seiner Abschluss-Saison an der High School, hat Dobbins keine weiteren schweren Verletzungen erleiden müssen. Im Gegenteil: Seitdem er das Backfield für sich alleine hat, ist er zur echten Bell Cow Ohio States geworden: 33 Carries gegen Wisconsin, 31 Versuche gegen Michigan (wenngleich dieses Spiel sicherlich sein schlechtestes in der Saison war) sowie satte 36 Carries gegen Penn State.

Passspiel. Im Passspiel ist Dobbins auch zu gebrauchen. Bei den Buckeyes wurde er hauptsächlich auf Wheel-Routen geschickt bei denen er sich häufig von seinen Gegenspielern trennen konnte. Der ganz große Catch kam aber nicht zu Stande, oftmals übersahen ihn seine Quarterbacks oder brachten ungenaue Pässe an. Dobbins hat verlässliche Hände, wenngleich er auch einen sicheren Ball für einen Touchdown im College-Halbfinale gegen Clemson nicht unter Kontrolle bringen konnte. Aber ein Play trübt seine Skills im Receiving-Game nicht. Ein absoluter Three-Down Spieler.

Einsatz. J.K. zeigt großen Einsatz, kämpft um den kleinsten Raumgewinn und gibt das Play nie auf. Er hat eine ordentliche Postion Selbstvertrauen, einen Spin-move der Verteidigern den Knöchel brechen kann und einen hohen Football IQ. Auch in Sachen Pass Protection zeigt er hohen Einsatz, hier kann er sich aber noch verbessern.

Schwächen:

Protection. Wie sehr viele College-Runningbacks, hat Dobbins sicherlich noch Luft nach oben wenn es um den Schutz des Quarterbacks geht. Oftmals ist er zu spät oder zu unbeholfen. Vor allem wenn er einen Blitz aufhalten muss, hat er noch seine Probleme. Aber das ist nicht wirklich verwunderlich.

Endspeed. Auch wenn seine Beschleunigung stark ist, so ist seine Endgeschwindigkeit doch nicht so hoch. Es scheint als würde er nach 30 Yards seinen Topspeed erreicht haben und nicht mehr schneller können. Deshalb wird er auch das ein oder andere Mal von Gegnern noch eingeholt. Aber generell fällt dieser Punkt in die Kategorie “jammern auf sehr hohem Niveau”.

Erinnert an:

Josh Jacobs

Der Offensive Rookie des Jahres konnte sich in seinem ersten Jahr in der NFL und bei den Raiders sofort einen Namen machen. Dobbins verfügt über ein sehr ähnliches Skillset und dürfte ähnlichen Erfolg bringen können.

Fazit:

Es gibt wenige Dinge die Dobbins nicht kann. Die streitige Frage wer der beste Runningback der Klasse ist, lassen wir unbeantwortet. Fest steht aber, dass Dobbins perfekt in Schemes der NFL passt. Ein three-down Runningback mit starker Vision, guter Beschleunigung, guter Balance und Fähigkeiten im Pass-Spiel. Als Pass Protector kann er sich noch verbessern und es wird auch spannend zu sehen sein, wie er sich im echten Route-Running macht. Vom Talent her sollte er in der ersten Runde vom Board gehen, es darf aber nicht verwundern, wenn er früh am zweiten Draft-Tag ausgewählt wird.

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