NFL Free Agency Recap II – Osweiler zu Browns, Jeffery ein Adler

Ein turbulenter erster Tag der NFL Free Agency liegt hinter uns. Vor allem in der Nacht auf Freitag überschlugen sich die Ereignisse. Das ist passiert:

Osweiler beehrt die Browns

Es war die Meldung des ersten offiziellen Free-Agency Tages: Brock Osweiler verlässt die Houston Texans nach nur einem Jahr in Richtung Cleveland. Der Deal im Detail: Die Browns sichern sich die Dienste von Osweiler und erhalten zusätzlich noch einen Zweitrunden-Pick im NFL Draft 2018 und im kommenden Draft den Viertrunden-Pick (Kompensationspick) bzw. einen Sechstrunden-Pick der Texans. Houston erhält im Gegenzug einen Viertrunden-Pick (ebenfalls den Kompensations-Pick) im bald stattfindenden Draft. Soweit, so normal. Das pikante an der ganzen Geschichte: Cleveland will Osweiler gleich wieder loswerden.

Warum macht man das dann?

In aller erster Linie wollten die Browns noch einen hohen Pick bekommen, das hat man durch den Trade geschafft – im kommenden Jahr hat man noch einen Zweitrunden-Pick zusätzlich zur Verfügung. Osweiler ist dabei nur Mittel zum Zweck, man plant nicht mit ihm. Cleveland will den Quarterback zu einem anderen Team tauschen, dürfte damit aber nicht erfolgreich sein. Heißt: findet sich keine Franchise die Osweiler übernehmen will, werden die Browns ihn entlassen.

Cleveland ist in der hervorragenden Position, über 100 Millionen Cap-Space zu besitzen, man kaufte sich also um ca. 16 Millionen Dollar (Osweilers Grundgehalt) einen Zweitrunden-Pick. Auch wenn es blöd klingt und schräg aussieht – man kreierte eine win-win Situation für beide Franchises. Houston hat sich durch den Trade enorm viel Geld gespart, das man in einen neuen QB stecken kann – nennen wir ihn einmal Tony Romo. Cleveland ist jetzt in Besitz von acht Picks in den ersten beiden Runden in den kommenden zwei Jahren.

Wer sind die Verlierer?

Ganz klar Brock Osweiler. Die Texans verloren schon nach einer Saison die Geduld mit ihrem doch-nicht-Franchise-QB und behoben den – jetzt kann man es ja sagen – größten Fehler der jüngeren Franchise-Geschichte. Ok, er kann sich mit enorm viel Geld für keine Leistung trösten, dennoch könnte die NFL-Karriere des 26-Jährigen schon beendet sein – zumindest in Form eines Starting-QBs. Osweiler selbst hat in seinem Umfeld zugegeben, dass der Wechsel weg von den Denver Broncos zu den Houston Texans ein Fehler war:

Browns Owner Jimmy Haslam muss natürlich die 16 Millionen “Verlust” in Kauf nehmen, wenn man aber argumentieren muss, dass er sich einen Zweitrunden-Pick und womöglich einen weiteren Franchise-Player gekauft hat.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Browns haben weiterhin starkes Interesse an Jimmy Garoppolo, derzeit Backup-QB von Tom Brady bei den New England Patriots. Das wird nicht billig werden, allerdings verfügt man spätestens jetzt über außerordentlich viel Tauschobjekte. Definitiv verfügen die Browns jetzt wieder über eine starke Offensive-Line, konnte man doch mit Guard Joel Bitonio verlängern (sechs Jahre, 51 Millionen, 23 Millionen garantiert) und sich mit Center J.C. Tretter (drei Jahre, 16,75 Millionen Dollar, zehn Millionen garantiert) bzw. Kevin Zeitler (fünf Jahre, 60 Millionen, 31,5 Millionen Dollar) verstärken. Satte Offseason bis jetzt für die Browns, wenn auch die vermeintlich wichtigste Personalie – Terrelle Pryor – noch nicht verlängert werden konnte (aber ganz ehrlich, pay the man)!

Houston wird sich um einen QB bemühen und vermutlich Tony Romo von den Dallas Cowboys verpflichten – aber keinen Trade fokussieren.

Alshon wird ein Adler

Das Rätselraten über die Zukunft des begehrtesten Wide Receivers der Free-Agency-Klasse ist beendet: Alshon Jeffery wechselt von den Chicago Bears zu den Philadelphia Eagles. Für ein Jahr und 14 Millionen Dollar Gehalt. Eine interessante Entwicklung, wollte Jeffery doch einen langfristigen Vertrag. Chicago bemühte sich neben den Minnesota Vikings und den Philadelphia Eagles um den Passfänger, 13 Millionen Dollar Gehalt waren ihm aber offensichtlich zu wenig um in der Windy City zu bleiben. Minnesota lockte den 27-Jährigen mit einem langfristigen Vertrag, allerdings zu schlechteren Konditionen. Jeffery nahm das Angebot der Eagles an und will sich damit noch einmal beweisen um im kommenden Jahr einen langen und gut dotierten Kontrakt zu erhalten. Philadelphia hat sich also am ersten Tag der Free-Agency mit zwei Passfängern verstärkt: Jeffery und Torrey Smith sollen Carson Wentz unterstützen.

Logan Ryan zu den Titans

Die Tennessee Titans konnten sich die Dienste von Cornerback Logan Ryan sichern. Der 26-Jährige kommt von den New England Patriots und unterschreibt einen Dreijahresvertrag über 30 Millionen Dollar. Ein guter Deal für alle Parteien!

Big money für big man

Marcus Williams bleibt entgegen der Erwartungen bei den Baltimore Ravens. Der 28-jährige D-Liner unterschreibt einen Vertrag über fünf Jahre über satte 54 Millionen Dollar – 27,5 davon garantiert. Damit überholt er Damon Harrison als bestbezahlten Nose Tackle.

Jaguars wieder fleißig in Offseason

Die Jacksonville Jaguars konnten sich gleich mit mehreren Spielern einigen: Calais Campbell ist die vermutlich stärkste Ergänzung für das Team aus Florida. Der Defensive End kommt von den Arizona Cardinals und erhält einen Vierjahresvertrag über 60 Millionen Dollar (30 Millionen garantiert). Ebenso konnte man die Secondary verstärken, A.J. Bouye kommt von den Houston Texans und erhält einen Vertrag über fünf Jahre (67,5 Millionen Dollar Gehalt/26 Millionen garantiert). Mit Barry Church kommt noch ein Safety ins Team, er bekommt einen Vierjahresvertrag.

Washington feuert GM

Nach nur zwei Jahren als General Manager für die Washington Redskins ist für Scot McCloughan auch schon wieder Schluss. Fragt mich nicht warum, wirklich viel Sinn ergibt das nicht. Es gibt Gerüchte über ein Alkohol-Problem McCloughans (soll auch schon zu seiner Entlassung bei den Seahawks geführt haben), allerdings bezweifeln diese These einige Medienvertreter.

Unter McCloughan konnten die Redskins 17 Siege bei 14 Niederlagen und ein Unentschieden einfahren und 2015 in die Playoffs einziehen.

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