Super Bowl Review – Teil 1

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© daveynin / flickr.com

Es ist Super Bowl Woche und damit herrscht auch Gewissheit, dass die Saison sich endgültig dem Ende zuneigt. Voller Vorfreude blicken wir auf die besten, spannendsten und kuriosesten NFL-Endspiele der vergangenen 50 Jahre zurück.

Gleich vorweg, diese Liste ist eine über allem erhabene, eine endgültige, nicht verschiebbare und logischerweise subjektive. Spaß beiseite, der Autor des Textes ist bemüht, eine objektive Auflistung zu erstellen. Im Vordergrund steht nicht unbedingt der Sport sondern auch das Spektakel um das Spektakel, eben Super Bowls, die in Erinnerung bleiben. Für alle Zeit. In den Texten sind die ganzen Spiele – sofern auf Youtube von der NFL zur Verfügung gestellt – verlinkt. Und weil die NFL gemeinnützige Blogs nicht mag, bitte ich den Leser nachdem man Videos auf Youtube konsumiert hat, wieder auf den Artikel zurückzukommen.

SUPER BOWL XXV: New York Giants – Buffalo Bills 20:19 (1991)

Das Spiel sollte in die Geschichte als das sogenannte “wide right”-Spiel eingehen. Für Buffalo sollte die erfolgreichste erfolglose Zeit beginnen, da man nach diesem Spiel noch drei mal in Folge in die Super Bowl einziehen, diese jedoch nie für sich entscheiden konnte. New York und Buffalo schenkten sich nichts, die Führung wechselte quasi ständig, es war ein Nagelbeißer bis zur letzten Sekunde. Wortwörtlich. Beim Stand von 19:20 führte Hall of Fame Quaterback Jim Kelly seine Mannschaft in aussichtsreiche Position bis an die 29-Yard Linie der Giants. Acht Sekunden waren noch auf der Uhr, es folgte der große Auftritt von Kicker Scott Norwood. 47-Yards mussten noch bewältigt werden und der Pott würde in den Händen der Bills sein. Schon damals wusste man um Norwoods Schwäche bei Field-Goals für über 40 Yards, er konnte nur einen (!) von fünf Versuchen dieser Reichweite (!) in seiner Karriere (!) auf Gras verwandeln. Der Ball flog, hatte die richtige Länge, wohl aber auch die falsche Richtung und ging rechts vorbei. Der Ausspruch (“wide right”) des Kommentators Al Michaels wurde unsterblich, das Scheitern der Bills hatte ein Gesicht in Form von Norwood bekommen. Es ist bis heute die knappste Punkte-Entscheidung eines Super Bowls, die Giants konnten anschlißend gemütlich die Zeit von der Uhr nehmen.

SUPER BOWL XXXIV: St. Louis Rams – Tennessee Titans 23:16 (2000)

Ein mickriges Yard fehlte den Titans zum möglichen Super Bowl Gewinn. Wie so oft entschied sich das Spiel in den letzten Sekunden, so auch in diesem Fall. Die Tennessee Titans waren drauf und dran den Rückstand von einem Score noch aufzuholen, ein unfassbarer Drive von Quarterback Steve “Air” McNair wurde nicht belohnt: mit 1:48 auf der Uhr bekamen die Titans an der eigenen zwölf Yard Linie den Ball, McNair zeigte absolut keine Nerven warf den Ball zu seinen Receivern, ging selbst für größeren Raumgewinn und profitierte auch von Strafen der Rams und von deren Unfähigkeit den Ball abzufangen (die Chance war definitiv da). Nach einem unglaublichen Play von McNair auf Wide Receiver Kevin Dyson über 16 Yards stand man sechs Sekunden vor Schluss an der zehn Yard Linie der Rams. So nahe war Jeff Fisher – damaliger Head Coach der Titans – dem Super Bowl als Trainer noch nie. McNair konnte den Ball zu Dyson auf einer Slant-Route anbringen, einziges Problem: Rams Linebacker Mike Jones erkannte den Spielzug und Stand wie eine Mauer da, konnte Dyson Zentimeter vor der Endzone tackeln. Ohne Timeout lief die Zeit aus und St. Louis gewann das Spiel. “The Tackle” oder “One Yard short” ist eines der spannendsten Spiele überhaupt und beinhaltet auch einen der berühmtesten Stops in der Geschichte des Sports. St. Louis “Greatest Show on Turf” rund um QB Kurt Warner, Runningback Marshawn Faulk und Wide Receiver Torry Holt gewann und zog zwei Jahre später wieder in den Super Bowl ein. Es war die Krönung des warner’schen Märchens.

SUPER BOWL XXXVI: New England Patriots – St. Louis Rams 20:17 (2002)

Der erste Super Bowl Erfolg der New England Patriots in der Ära Belichick/Brady war nicht unumstritten, hauptsächlich wegen des AFC Conference Finals gegen die Oakland Raiders, welches als “Tuck-Rule-Game” bekannt werden sollte. New England befand sich gegen die Raiders im letzten Vierte im Rückstand, verlor den Ball durch einen forcierten Fumble von Charles Woodson an Tom Brady. Vermeintlich. Die Tuck Rule griff, da Brady den Ball schon zu einem Pass ansetzte. Man blieb in Ballbesitz, im Schneegestöber konnte Adam Vinatieri den Ball zum siegbringenden Field-Goal unterbringen. Bis heute kontrovers.

Im Finale traf man auf die Rams, die mit einem Record von 14-2 und nach Siegen über die Packers und die Eagles als klarerFavorit in das Spiel gingen. Belichick musste sich was einfallen lassen, “The Greatest Show on Turf” schien über alles und jeden hinweg zu fegen. Mastermind Belichick schaffte das unvorstellbare, er konnte St. Louis in der ersten Hälfte bei drei Punkten halten, während seine Mannschaft 14 und im Anschluß auf 17 Punkte erhöhen konnte. Rams QB Kurt Warner wurde herausgefordert, man weckte das Tier im Spielmacher, im vierten Viertel konnte er sein Team zu zwei Touchdowns und somit zum Ausgleich führen. 1:30 Minuten noch zu spielen. Eigentlich ging man davon aus, dass New England – ohne Timeout – die Zeit herunter laufen lässt und das Spiel in die Verlängerung gehen würde. Belichick hatte andere Pläne, ließ den blutjungen Brady aufs Ganze gehen und wurde dafür belohnt. Acht plays und 53 Yards später spikte Bardy den Ball mit sieben Sekunden auf der Uhr. Vinatieri kam aufs Feld und vollzog das 48-Yard Field Goal zum ersten Super Bowl Sieg von Brady.

SUPER BOWL XXXVIII: New England Patriots – Carolina Panthers 32:29 (2004)

Janet Jackson zeigte uns ihren Nippel und deshalb gibt es jetzt eine Zeitverzögerung von einigen Sekunden in der Super Bowl Halbzeit-Show: man will auf künftige Brüste vorbereitet sein. Das Spiel wachte offensichtlich auch dank der berühmten Halftime-Show auf. Denn im ersten Viertel boten die Patriots und die Panthers den Zuschauern sehr maue Footballkost, zumindest wenn man den Wahnsinn der zweiten Halbzeit berücksichtigt. Mit einer 14:10 Führung gingen die Patriots in die Pause und es schien, als ob beide Teams die ungeraden Viertel nicht sonderlich beachteten – alle Punkte fielen entweder im zweiten oder im vierten Viertel. Die Offensiven trugen beide Mannschaften, ein unglaubliches Hin und Her entwickelte sich, das sich schließlich 1:08 Minute vor Schluss auf 29:29 einpendelte. Alles roch nach Overtime. Panthers Kicker John Kasay fabrizierte aber einen folgenschweren Fehler, als er den Kickoff ins Aus kickte und die Patriots an der eigenen 40-Yard Linie starten durften. Brady konnte einen Pass auf seinen Wide Receiver Troy Brown anbringen, nur um von einer Offensive Pass Interference zurückgepfiffen zu werden. Für TB12 kein Problem wieder ein Pass auf Brown und weitere erfolgreiche Pässe ließen die Pats in die Hälfte der Panthers einziehen. New England kam an weiter nach vorne, neun Sekunden noch auf der Uhr – man wiederholte abermals dank Kicker Vinatieri den Erfolg von 2002, 41-Yards, für Big Adam kein Problem.

SUPER BOWL XIII: Pittsburgh Steelers – Dallas Cowboys 35:31 (1979)

Jetzt wird’s schon ein wenig historisch. Super Bowl XIII ist auf so vielen Ebenen einzigartig: zum ersten mal trafen sich zwei Teams die schon einmal gegeneinander im SB gespielt haben, zum ersten mal spielten zwei Mannschaften um den dritten Titel in der NFL Geschichte, zum letzten mal diente das legendären Orange Bowl Stadium als Bühne, zudem wollte Dallas den Titel verteidigen. Es ist schlichtweg grandios. Alles was in diesem Spiel passierte ist nicht zu überbieten. Die Quarterbacks – Terry Bradshaw auf Seiten der Steelers und Roger Staubach auf Seiten der Cowboys – zeigten herausragende Leistungen, das Spiel wurde aber dominiert von Spielern, die eine Leistung über ihr normales Level zeigten. Interceptions, Fumbles die zu einem Touchdown führten, ein legendärer Drop in der Endzone – alles war dabei. Bradshaw durchbrach im SB XIII zum ersten mal die 300-Passing-Yard-Marke in seiner Karriere. Man kann es eigentlich nicht zusammenfassen, man muss sich dieses Spiel einfach ansehen. Schlichtweg grandios.

SUPER BOWL XLIX: New England Patriots – Seattle Seahawks 28:24 (2015)

Dieses Spiel dürfte fast jedem noch in Erinnerung sein. Wieder ein Sieg der Patriots, wieder einer in letzter Sekunde. Diesmal aber nicht wegen eines Field-Goals sondern wegen einer Interception durch Rookie Cornerback Malcolm Butler. Die Football-Welt staunte nicht schlecht, als die Seahawks beim Stand von 24:28 an der ein-Yard-Linie der Patriots mit einem Timeout und noch Zeit auf der Uhr einen Passspielzug statt einem Laufspielzug ausspielten. Gib doch einfach Marsahwn Lynch den Ball. Butler schnupfte seinen Gegenspieler und riss den Ball an sich. Seattles letzter, richtig geiler Drive samt sensationellem Catch von WR Kearse wurde nicht belohnt. Auch wenn’s komisch klingt, eigentlich ein guter Call (vl folgt ein Artikel dazu), Butler und Belichick konnten den Spielzug einfach besser lesen. Dennoch, ein SB für die Ewigkeit.

SUPER BOWL XLII: New England Patriots – New York Giants 14:17 (2008)

Der beste Super Bowl ist logischerweise jener aus der Saison 2007: im Super Bowl XLII standen sich die New England Patriots und die New York Giants gegenüber, es war ein wahres David gegen Goliath aufeinandertreffen. Die Patriots waren drauf und dran den Rekord der Miami Dolphins aus dem Jahr 1972 zu brechen, als man bis zum Super Bowl kein einziges Spiel verlor und als klarer Favorit in die Partie ging. Es sah lange Zeit sehr gut aus für Tom Brady und Co als man im letzten Viertel mit 14:10 in Führung lag. Dann kam Eli Mannings großer Auftritt den Wide Receiver David Tyree mit dem vermutlich wichtigsten Catch aller Zeiten für die Unendlichkeit abschloss. Ein großartiges Spiel, in dem alles vorkam, jeder Football-Fan kam auf seine Kosten. Außer jene der Patriots.

Das soll’s fürs erste gewesen sein. Und bevor sich alle Cowboys, 49ers, Broncos, Saints, Bears und Colts-Fans beschweren –  Teil zwei kommt in Kürze!

Titelbild: daveynin/flickr.com

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