NFL Draft Scouting Report: Malik McDowell, DT

Photo by Scott Clarke / ESPN Images

So gut die Draftklasse auf den Secondary- und Runningback-Positionen auch aufgestellt ist – viele gute Defensive Tackles sind in den ersten Draftrunden nicht zu erwarten. Einer der wenigen Prospects der das Zeug für Tag eins des Drafts hat ist Malik McDowell, Defensive Tackle, Michigan State.

Allgemeines:

Geburtsdatum: 20. Juni 1996

Größe: 1.98 Meter

Gewicht: 134 Kilogramm

Klasse: Junior

Starter seit: 2014

Erfolge: 

  • Freshman All-American FWAA (2014)
  • 2× Second-Team All-Big Ten (2015, 2016)

Verletzungen: 

Knöchelverletzung 2016

Spiel am College:

Malik McDowell schloss sich 2014 der Universität von Michigan State an und sollte auch schon in seinem ersten Jahr bei den Spartans zum Zug kommen (startete im Cotton Bowl gegen Baylor). Er sollte sofort Eindruck schinden und durch seine starken Leistungen (15 Tackles, 4.5 for loss und 1.5 Sacks) in das All-American Freshman-Team gewählt werden. 2015 folgte sein Druchbruch, er wurde Starter und kam auf 41 Tackles, 13 for loss, 4.5 Sacks plus zwei erzwungene Fumbles und eine Interception. Auch durch seine Leistungen konnten die Spartans bis ins Halbfinale der College-Meisterschaft vordringen.

In seiner letzten Saison am College zerbrach das Team ein wenig nachdem Quarterback Connor Cook Richtung NFL abging. McDowell war auf defensiver Seite der einzige Lichtblick, spielte auf mehreren Positionen. Er verpasste einige Spiele wegen einer Knöchelverletzung und schien gegen Ende den Fokus vermehrt auf Sicherheit zu legen. Am Ende 34 Tackles (sieben für Raumverlust) und 1.5 Sacks für ihn.

Stärken:

Prinzipiell muss man McDowell ein wenig genauer betrachten, spielte er doch auf zwei Positionen: Nosetackle und Defensive End. Vermutlich gibt es keinen Spieler in der gesamten Draftklasse (das inkludiert Myles Garrett) mit den physischen Gegebenheiten von Malik McDowell: die Kombination aus Größe, Länge, Stärke, Schnelligkeit und Beweglichkeit ist einzigartig. Gegen den Lauf ist er ein absolutes Tier, er hat die Stärke und die Geschwindigkeit an Gegenspielern vorbeizukommen und Runningbacks rasch zu stoppen. Er lässt nahezu nichts zu, konnte als Nosetackle überzeugen, obwohl er nicht unbedingt dafür gebaut ist. Er kann es mit mehreren Gegenspielern gleichzeitig aufnehmen und lässt sich dennoch nicht verschieben bzw. verliert nur schwer ein Duell.

Bei Passspielzügen stellte man ihn als Defensive End auf. Er war der beste Spieler gegen den Lauf und auch der beste Pass Rusher im Team. McDowell überraschte gegnerische Tackles nicht selten mit seinem Speed, ging an ihnen außen vorbei und drang so zum Quarterback durch. Seine Fähigkeit sich lang zu machen, sich zu strecken ist außergewöhnlich für einen Mann seiner Größe und seines Gewichts. Nur wenige sind so wendig wie er.

Schwächen:

McDowells größte Schwäche ist seine Technik. Als Pass Rusher wusste er seinen Körper nicht richtig einzusetzen. Er hat sowohl als Inside-Liner als auch als reiner Pass Rusher ein begrenztes Skillset. Dadurch kann man sein Spiel relativ leicht durchschauen. Das Problem ist, er musste auf zwei Positionen spielen, hat somit nirgends die volle Ausbildung genossen bzw. konnte sich auf keine Aufgabe richtig konzentrieren.

Noch einmal zu seiner Situation bei Michigan State: McDowell war es gewohnt bei einem Contender um die Meisterschaft zu spielen. Nachdem Connor Cook Richtung NFL ging zerbrach das Team in der abgelaufenen Meisterschaft. Auf defensiver Seite war er der einzige Lichtblick der Mannschaft. In den ersten Spielen fiel McDowell noch durch starken Einsatz auf, gegen Ende der Saison bekam man aber das Gefühl, dass ihm die Motivation fehlt. Er ging nicht mehr bedingungslos in die Tackles, ließ teilweise Sachen passieren. Auch wenn er sich von seinen Mitspielern ihm Stich gelassen fühlte – das ist ein nogo und drückt seinen Draft-Wert. Zusätzlich soll er bei den Interviews nicht wirklich überzeugt haben.

Erinnert an:

Jadeveon Clowney

Rein vom athletischen Standpunkt kann McDowell mit Cloweny verglichen werden. Er ist ein absolutes Biest, kann Gegner zerstören. Es gilt jetzt einen Weg zu finden, seine Stärken auch richtig einzusetzen.

Fazit:

Malik McDowell kann einer der besten Defensiv-Spieler der Liga werden. Auf lange Sicht. Prinzipiell braucht er das richtige Coaching damit er seinen Platz kennt und man ihn auch – so blöd das klingt – bei Laune halten kann. Ist das gegeben, hat er das Potential zum besten Defensive-Rookie der NFL zu werden. Sein Upside ist unendlich groß! Er braucht noch mehrere Moves in seinem Repertoire. In der NFL ist er am besten in einer 3-4 Defensive als Defensive End aufgehoben. Wenn man ihn wirklich liebt und man einen Plan hat was man mit ihm machen will, ist es kein Fehler ihn schon in den Top-10 zu nehmen. Erste Runde sollte sonst drinnen sein. Fällt er wirklich in Runde zwei, dürfte das genug Motivation für McDowell sein. Und das sollten dann alle anderen Teams und Quarterbacks schnell zu spüren bekommen.

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