NFL Draft Scouting Report: O.J. Howard, TE

Photo by Allen Kee / ESPN Images

Die vielleicht spannendste Position in den vergangenen Jahren stellt jene der Tight-Ends dar. Auch im Draft gibt es sehr viel versprechende Talente wie beispielsweise O.J. Howard, TE, Alabama.

Allgemeines:

Geburtsdatum: 19. November 1994

Größe: 1.98 Meter

Gewicht: 110 Kilogramm

Klasse: Senior

Starter seit: 2013

Erfolge: 

  • CFP National Champion (2015)
  • CFP National Championship Offensive MVP (2016)
  • 3 mal SEC champion (2014–2016)

Verletzungen: –

Spiel am College:

Seit 2013 an der Universität von Alabama, konnte sich O.J. Howard schon im ersten College-Jahr als Starter etablieren: bei 14 Catches kam er auf 269 Yards und zwei Touchdowns. Hier kann man schon erkennen, dass Howard eigentlich keinerlei große Rolle in der Offensive der Crimson Tide einnehmen sollte – so auch in seinem zweiten Jahr: Howard verbuchte nur 17 Receptions für 260 Yards und er blieb ohne Touchdown.

So schien es auch 2015 weiterzugehen, als er lange Zeit wenig angespielt wurde und lange auf seinen großen Durchbruch warten musste. Dieser kam aber gerade zur rechten Zeit, im College Finalspiel gegen Clemson, als Howard aus fünf gefangenen Bällen satte 208-Yard-Raumgewinn beisteuern konnte und mit zwei Touchdowns zum gefeierten Held wurde. Insgesamt beendete er seine dritte Spielzeit mit 38 Catches für 602 Yards und eben diesen zwei TDs.

Sein Abschluss-Jahr lief ähnlich ab, zwar kam er auf einen Karriere-Bestwert von 45 Receptions und nahezu denselben Yard-Gewinn wie im Vorjahr (595) bzw. TDs (drei), allerdings konnte er den Titel mit seiner Mannschaft im “Rückspiel” gegen Clemson nicht verteidigen.

Stärken:

Um einen generellen Überblick auf O.J. Howard zu bekommen reicht schon der Blick auf seine Combine-Zahlen: mit einer Körpergröße von 1.98 Meter und einem Gewicht von 110 Kilogramm lief er den 40-Yard-Dash gleich schnell wie David Johnson (4.51 Sekunden) und einen schnelleren three-cone-Drill als etwa Tyler Lockett (6.85 Sekunden). Ums kurz zu machen: Howard ist ein herausragender Athlet!

Seine Schnelligkeit ist außergewöhnlich für einen Tight End, er ist wirklich eine Waffe, die man für tiefe Bälle einsetzen kann. Er weiß seinen Körper einzusetzen, behauptet sich gegen Safeties und macht auch im eins-gegen-eins den Catch. Egal ob er gegen Zonen- oder Manndeckung spielt, Howard macht es seinen Gegenspielern enorm schwer, sich gegen ihn durchzusetzen.

Howard kann eigentlich alles: sein Route-Running ist außerordentlich gut, seine Hände sehr verlässlich, seine Ausbeute nach dem Catch mehr als ansehnlich. Dank seiner Größe ist er natürlich ein Ziel in der Redzone, seine Stärke lässt ihn von Gegenspielern nach dem Catch nur schwer zu Boden bringen.

Für Howard hat es sich ausgezahlt, noch ein Jahr am College anzuhängen, sein Blocking wurde dadurch signifikant verbessert. Er konnte sich so zu einem verlässlichen Blocker mausern, der seinen Runningbacks Löcher aufreissen und seinem Quarterback Zeit verschaffen kann. Howard ist mit Sicherheit ein three-down Spieler.

Schwächen:

Gibt es eigentlich nicht. Selten lässt er einen Ball fallen, sein Blocking kann noch ausgebaut werden. Das war’s.

Erinnert an:

Greg Olsen

Howard und Olsen teilen sich das Talent als Passfänger, sind fast gleich groß (Olsen 1.96 Meter) und dürften gleich schnell sein (Olsen war am College ein sehr begnadeter Sprinter). Blocking zählt nicht zu Olsens großen Stärken, Howard könnte ihn in diesem Punkt überholen.

Offene Fragen:

Wie kann ein Spieler trotz eher mauer Zahlen so weit vorne gehandelt werden?

Ganz einfach: Nick Saban (Head Coach Alabama) und sein Offensive Coordiantor Lane Kiffin haben ihn zu wenig in ihre Offensive eingebunden bzw. die Offensive um andere Säulen (starke Line, starke RBs) aufgebaut. Wenn man Howard vermehrt eingebaut hat – also als Receiver – dann hat er auch sofort eingeschlagen (siehe erstes Finale gegen Clemson vergangenes Jahr).

Welche Waffe Howard wirklich ist sah man im Senior Bowl, als er von Browns-Coach Hue Jackson ganz anders eingesetzt wurde und um Spiel glänzen konnte. Zuvor überzeugte er auch alle Trainer in den Drills.

Fazit:

O.J. Howard ist der nächste ganz große Tight End. Er kann der neue Rob Gronkowski werden. Mit seiner Größe, Stärke und Schnelligkeit ist er für jede Defensive tödlich, er kann ordentliche Missmatches verursachen. Wird erste Runde im Draft, vermutlich noch Top 15.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*